Letzte Aktualisierung: 08.07.2021

Themen/Projekte: Regiopolregion Rostock

Die Regiopole ist ein Begriff der Raumordnung und Stadtplanung, der sich aus Regio (Region) und polis (Stadt) zusammensetzt. Unter dieser Bezeichnung sind kleinere Großstädte außerhalb von Metropolregionen zu verstehen, die als Zentrum regionaler Entwicklung, Standortraum der Wissensgesellschaft und Anziehungspunkt ihrer zumeist ländlich geprägten Region fungieren. Es handelt sich dabei immer um Oberzentren, die über den Versorgungs- und Ausgleichsaspekt hinaus eine besondere regionale Rolle spielen, jedoch aufgrund ihrer geringeren Größe nicht den Status einer Metropole erreichen und somit als „die kleinen Schwestern“ der Metropolen charakterisiert werden können. Analog zur Metropolregion wird die Region, in der eine Regiopole liegt, als Regiopolregion bezeichnet.

Weitere Informationen zu Regiopolen im Allgemeinen erhalten Sie unter > www.regiopole.de. Unter > www.regiopolregion-rostock.de können Sie sich über die Aktivitäten in der Regiopolregion Rostock informieren.


Regiopolregion Rostock

Partner der Regiopolregion Rostock sind alle Institutionen, welche die Kooperationsvereinbarung zur Etablierung der Regiopolregion Rostock unterzeichnet haben. Diese sind neben dem Planungsverband Region Rostock auch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock, der Landkreis Rostock, die Industrie- und Handelskammer zu Rostock, der Region Rostock Marketing Initiative e.V. , das Land Mecklenburg-Vorpommern sowie die Mittelzentren Bad Doberan, Güstrow, Ribnitz-Damgarten und Teterow. Daneben werden Gemeinden und weitere Akteure aus der Region über die konkrete Projektarbeit wie das regionale Kunst- und Kulturfestival regio:polis in die Aktivitäten eingebunden.

Die Abgrenzung der Regiopolregion Rostock ist nicht starr definiert und geht über das Gebiet der Planungsregion Rostock, welche die Flächen der Hanse- und Universitätsstadt und des Landkreises Rostock umfasst, hinaus. Zwei Zielrichtungen stehen bei den Tätigkeiten der Regiopolregion Rostock im Vordergrund:

  • Zum einen soll die innerregionale Zusammenarbeit gestärkt werden. Zu diesem Zweck werden gemeindeübergreifende Projekte initiiert oder unterstützt. Neben der personellen Unterstützung durch die Geschäftsstelle der Regiopolregion stehen externen Projekten mit dem Regionalbudget seit 2018 auch finanzielle Mittel zur Verfügung. Der 2013 fertiggestellte Aktionsplan zur strategischen Ausrichtung der Regiopolregion wird derzeit fortgeschrieben.
  • Zum anderen wird die Verbesserung der Außenwahrnehmung der Regiopolregion Rostock in Deutschland und Europa angestrebt.

Der Begriff der Regiopole soll mit einem innovativen Wachstumsraum assoziiert und neben dem Begriff der Metropolen etabliert werden. Eine Aufnahme in die Leitbilder der Raumordnung und in das Landesentwicklungsprogrammes M-V erfolgte bereits im Jahr 2016. Weiterhin soll eine Aufnahme des Begriffs als eigene Kategorie in der formellen Raumordnung diskutiert werden. Ein Schritt hierzu ist eine Solidarisierung von Regiopolen, die durch eine bundesweite Netzwerkarbeit getragen wird.

Aktuell beabsichtigt die Hanse- und Universitätsstadt Rostock gemeinsam mit Akteuren in der Region, eine gemeinsame regionale Internationalisierungsstrategie sowie eine einheitliche und branchenübergreifende Dachmarke für die Regiopolregion Rostock zu entwickeln. Die finanzielle Förderung für dieses Vorhaben erfolgt über das Regionalbudget und damit aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe GRW, für das ein entsprechender Projektantrag beim Planungsverband Region Rostock gestellt und positiv votiert wurde.

Auf Bundesebene findet das Konzept der Regiopolen/ Regiopolregionen Eingang in „Unser Plan für Deutschland – Gleichwertige Lebensverhältnisse überall -“, erstellt von der Gleichwertigkeitskommission 2019 (Bundesinnenministerium, Bundeslandwirtschaftsministerium, Bundesfamilienministerium). Hierin wird die Bedeutung der Regiopolen für Stadt-Land-Partnerschaften im ländlichen Raum betont und der Bund aufgefordert, das Netzwerk der Regiopolen (siehe unten) zu fördern.

Der Planungsverband ist seit dem 01.03.2019 Träger der Geschäftsstelle Regiopolregion Rostock und unterstützt die Initiative ausdrücklich durch die Bereitstellung personeller und finanzieller Ressourcen.


Deutsches RegioPole Netzwerk

Am 16. März 2016 schlossen sich die Städte Bielefeld, Erfurt, Paderborn, Rostock, Siegen und Trier zum Deutschen RegioPole Netzwerk zusammen. 2019 kam die Stadt Würzburg dazu. Die Netzwerkpartner führen gemeinsam das Förderprojekt „Regiopolen und Regiopolregionen für Deutschland: Ein Beitrag zur nachhaltigen Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in städtischen und ländlichen Räumen Deutschlands“ im Bundesprogramm „Region gestalten“ (BULE –BMI) durch. Das Projekt hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2022, mit einer Verlängerungsoption bis zum 31.08.2023.
Das übergeordnete Ziel des Städtenetzwerkes ist es, Regiopolen, mit ihren oberzentralen und teilmetropolitanen Versorgungsinfrastrukturen im überwiegend ländlich geprägtem Raum, als neue Kategorie der Raumordnung auf der Ebene der Bundesraumordnung, Landesentwicklungsplanung und Regionalplanung zu etablieren sowie eine planbare und dauerhafte finanzielle Ausstattung bzw. Generierung zusätzlicher Fördermittel. Durch das strategische Bündnis soll die Sichtbarkeit gesellschaftlicher, kultureller, ökonomischer und technologischer Entwicklungspotentiale, die von den Regiopolen, insbesondere in Zusammenarbeit mit ihrem Verflechtungsraum, der Regiopolregion ausgehen, erhöht werden.
Im Förderprojekt „Regiopolen und Regiopolregionen für Deutschland“ befassen sich die einzelnen Regionen mit unterschiedlichen Infrastrukturbereichen, in denen oberzentrale und/oder teilmetropolitane Funktionen liegen, die Hanse- und Universitätsstadt Rostock mit dem Infrastrukturbereich Energie. Im Fokus steht die aktuelle sowie zukünftige Infrastrukturentwicklungsplanung und -politik.

Für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock werden mit dem Bundesprojekt folgende Ziele verfolgt:
Hauptziele:

  • Entwicklung von strukturpolitischen Leitprojekten im Infrastrukturbereich Energie und Umsetzung derer innerhalb oder nach Abschluss des Modellvorhabens.
  • Dauerhafte Institutionalisierung von „Regiopole“ in projekt- und umsetzungsorientierten Stadt-Umland-Kooperationen (über die Leitprojekte der Infrastrukturentwicklung sowie darüber hinaus).

Unterziele:

  • Ermittlung von Entlastungsfunktionen von Regiopolen und Regiopolregionen für Metropolregionen sowie Bestimmung von metropolitanen Teilfunktionen bzw. Infrastrukturen, die zusätzlich in Regiopolen angeboten werden können (Analyse und Beschreibung mittels Indikatoren und Festlegung von quantitativen und qualitativen Ausstattungsmerkmalen).
  • Festlegung von Entwicklungs-und Versorgungsfunktionen der Regiopolen im Hinblick auf die sie umgebende Regiopolregion in den ausgewählten Infrastrukturbereichen (Formen der Zusammenarbeit zwischen Regiopolen und Regiopolregionen, Governance-Ansätze).
  • Ableitung konkreter Handlungserfordernisse für den Infrastrukturbereich Energie.
  • Begründete Ableitung von Forderungen aus dem Modellvorhaben „Regiopolen und Regiopolregionen für Deutschland“ an die Raumordnung von Bund und Ländern zur weiteren Umsetzung auf diesen Ebenen.
  • Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die weiteren Regiopolen Deutschlands.
  • Die im Vorhaben entwickelten Projekte sollen am Ende des Vorhabens in eine verbindliche Erklärung zur weiteren konkreten Umsetzung gebracht werden.

Ansprechpartner: Theresa Lenz, Mike Große-Schütte